L’Humour des Notes/Humor nach Noten 2012
Bühne & Klassik // Artikel vom 10.05.2012
Bunt, laut und voller Fantasie!
Das Musiktheater-Festival „L’Humour des Notes/Humor nach Noten“ in Haguenau, das sich längst einen festen Platz in der französischen Kulturlandschaft erkämpft hat, beherrscht die kulturelle Mélange meisterhaft und setzt virtuos die unterschiedlichsten Genres wie Kabarett, Tanz, Musik und (Straßen-)Theater in Szene.
Bunt, laut und vielseitig wird es dieses Jahr zum 21. Mal die Theatersäle, Plätze und Straßen der Stadt in eine einzige Bühne verwandeln und dabei verrücktes Treiben mit anspruchsvoller Unterhaltung verbinden: Vom 10.-19.5. herrscht in Haguenau und der Region wieder wohldurchdachtes kreatives Chaos.
Die rund 25 verschiedenen Veranstaltungen, die auch das deutsche Publikum erreichen sollen, haben laut Festivaldirektor Daniel Chapelle nur ein einziges Ziel: den Besucher „zum Lachen zu bringen, ihn zu überraschen und ihn mit Musik zu berühren.“ Den Auftakt dazu machen am 10. und 11.5. Ara Malikian, Fernando Clemente, Eduardo Ortega und Gartxot Ortiz, vier durchgeknallte Virtuosen, deren Programm „Pagagnini“ klassische Musik auf derart komische Art und Weise neu erfindet, dass kein Auge trocken bleibt.
Drei der Musiker kommen aus Spanien, einer aus dem Libanon und der Zuschauer muss nicht unbedingt des Französischen mächtig sein, um dem Spektakel folgen zu können: Die Kunst spricht für sich selbst. Vor allem am 12., 13., 16. und 17.5. sollte es der Wettergott dann gut mit dem Elsass meinen, denn da finden viele Events unter freiem Himmel statt, unter anderem ein musikalisches Bankett (Place Joseph-Thierry). Außerdem machen Ensembles und Musikcombos die Fußgängerzone von Haguenau unsicher.
Die Acousteel Gang entführt den Zuschauer zum Knallen ihrer Steel Drums tanzend in die Karibik, die Steptänzer von Les Vents de Folie nehmen ihn mit auf eine poetische Reise in die Welt der Musik, während die acht bunt gewandeten Mädels von Mlle Orchestra ihm auf Stöckelschuhen ordentlich den Marsch blasen, genau wie die Jungs vom abtrünnigen Fanfarenzug Harmonie Espérance de Saint-Coin, alles bei freiem Eintritt. Am 12.5. gibt es außerdem abends im „Relais Culturel Theâtre“ eine von Monty Python inspirierte Show der Demi Frères, die vor allem denjenigen ans Herz gelegt sein soll, die Französisch sprechen. Laurent Conoir und Mehdi Bourayou arbeiten dabei musikalisch allerlei geschichtsträchtige Momente auf.
Unter anderem mit von der Partie: Cleopatra und Cäsar, der französische Sonnenkönig und die Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Zeitgleich tritt im Millenium-Saal unweit des Relais Culturel Theâtre die Gruppe Kansas of Elsass & De Gang auf, und zwar im Rahmen des Off-Programms, das quasi ein Festival im Festival darstellt.
Dieses soll ein noch jugendlicheres Publikum ansprechen, ob, wie im Fall von Kansas of Elsass & De Gang, durch Heavy-Metal-Mundart, ob wie bei den Kabarettisten von Salade Mixte / Les Trois Cloches durch krasse Chansons oder durch subversiv-parodistisches Musiktheater wie das von Andréas & Nicolas. Der Millenium-Saal bildet dabei unter der Schirmherrschaft des Vereins Oxyd-Prod das Zentrum der Off-Aktivitäten. Als weiteres Highlight stürmt am 16.5. die Brass-Band La Fanfare en Pétard seine Bühne. Die Jungs rund um MC Gaston sind eine wahre HipHop/Elektro-Maschine, die einen tanzbaren wilden Mix aus Dub, Ska und Ragga abfeuert.
Etwas ruhiger und träumerischer geht es am Abend des 15.5. im Relais Culturel Théâtre zu, wenn sich dort das belgische Carrousel des Moutons dreht und Jung und Alt ohne Worte mit seiner burlesken Zirkusvorstellung verzaubert. Oder am Abend darauf, wenn Les Pianotokés zum „Match de Piano“ laden, einer akrobatischen Mitmachshow, bei der fünf Tastentiger ihr musikalisches Können unter Beweis stellen müssen.
Außerdem noch dabei: Les Désaxes mit einem Saxophon-Spektakel, Duel Opus 2 und die A-Cappella-Gruppe Voca People. Nicht zu vergessen die beiden Veranstaltungen in den Nachbarkommunen Bischwiller („Y’a des animaux dans nos chansons“ – Chanson Plus Bifluorée, 16.5.) und Schweighouse-sur-Moder (Dîner Spectacle Lou Volt, 13.5.). -sab
10.-19.5., Haguenau, Tel.: 0033/388 73 30 54
www.humour-des-notes.com
„Musik zum Lachen“ - Daniel Chapelle, Leiter des Kulturamtes Haguenau, im INKA-Interview
WEITERE BÜHNE & KLASSIK-ARTIKEL
Sonderkonzerte: Weingartner Musiktage junger Künstler
Bühne & Klassik // Artikel vom 26.04.2025
Mit zwei hochkarätigen Sonderkonzerten gastieren die „Weingartner Musiktage junger Künstler“ bei den „Gartentagen“ der Firma Roland Stärk Landschaftsbau.
Weiterlesen … Sonderkonzerte: Weingartner Musiktage junger KünstlerEttlinger Sagen: Jenseits der Alb
Bühne & Klassik // Artikel vom 17.04.2025
Carsten Dittrich aka Mirko Sommer, Mitarbeiter der Ettlinger Stadtverwaltung, Abteilung Parapsychologie, beschwört wieder den Geist jener Frau herauf, die wie keine andere das Bild Ettlingens geprägt hat: Markgräfin Franziska Sibylla Augusta.
Weiterlesen … Ettlinger Sagen: Jenseits der Alb4. Alumnikonzert
Bühne & Klassik // Artikel vom 14.04.2025
Das diessemestrige Alumni-Ensemble-Konzert ist ein hauseigenes.
Weiterlesen … 4. AlumnikonzertThomas Nicolai
Bühne & Klassik // Artikel vom 13.04.2025
Keine Nicolai-Show ohne Musikparodien!
Weiterlesen … Thomas Nicolai4. Sinfoniekonzert „Mozart mon ami“
Bühne & Klassik // Artikel vom 13.04.2025
Nicht nur Beethovens Sinfonien waren für viele Komponisten des 19. Jh. ein musikalischer Gipfel.
Weiterlesen … 4. Sinfoniekonzert „Mozart mon ami“Jerusalem – Passionsoratorium
Bühne & Klassik // Artikel vom 13.04.2025
Das Passionsoratorium von Gunter Martin Göttsche.
Weiterlesen … Jerusalem – PassionsoratoriumJazz & Literatur: Lesung von Ronya Othmann
Bühne & Klassik // Artikel vom 13.04.2025
Leyla ist Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden.
Weiterlesen … Jazz & Literatur: Lesung von Ronya OthmannChristine Corvisier Quintett
Bühne & Klassik // Artikel vom 12.04.2025
Ein „Kultur Live“-Special mit jazzigen „Chansons de Cologne“ zum „Champagnerfest“.
Weiterlesen … Christine Corvisier QuintettDie Wut, die bleibt
Bühne & Klassik // Artikel vom 12.04.2025
Mareike Fallwickl, Autorin aus dem Salzburger Land, wurde mit ihrem Roman „Die Wut, die bleibt“ 2022 zur Bestsellerautorin.
Weiterlesen … Die Wut, die bleibt
Kommentare
Einen Kommentar schreiben