Dokka 12

Kino & Film // Artikel vom 30.04.2025

Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache

Mit 20 Dokumentarfilmen und Hördokumentationen aus den vergangenen zwei Jahren geht das Karlsruher Dokumentarfestival „Dokka“ in seine zwölfte, von Ungewissheit geprägte Spielzeit.

Zum Eröffnungsfilm erkoren haben Festivalleiter Nils Menrad und seine ausschließlich ehrenamtlich Engagierten „Im Prinzip Familie“ (Mi, 19 Uhr, Kinemathek; Do, 20.30 Uhr, Schauburg), in dem der zum anschließenden Filmgespräch anwesende Daniel Abma zeigt, wie sich Erzieher rund um die Uhr für Kinder einsetzen, die nicht bei ihren Liebsten leben können. Als Kombination aus Dokumentarfilm und Konzert einer der diesjährigen Höhepunkte ist „Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache“ (Do, 18 Uhr, Kinemathek): Die bereits 2020 mit dem „Dokka-Preis der Stadt Karlsruhe“ ausgezeichnete Berliner Filmemacherin Sabine Herpich porträtiert mit ihrem neuesten Werk in ruhigen Schnitten die von vielen als Pionierin des elektronischen Wohnzimmer-Pops bezeichnete Musikerin und zeigt den Entstehungsprozess eines Albums. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann Barbara Morgenstern und Ensemble auch live erleben (Sa, 3.5., 20.30 Uhr, Jazzclub).

Zum Abschluss geehrt werden der beste Dokumentarfilm mit dem „Dokka-Festivalpreis“ in Höhe von 10.000 Euro, dazu das beste Hörstück und der „Dokka-Nachwuchspreis der Stadt Karlsruhe“ mit einem Preisgeld von 1.500 Euro. Zum vierten Mal vergeben wird zudem das mit insgesamt 15.000 Euro dotierte, künstlerisch-dokumentarische Projekte aus den Bereichen Dokumentarfilm und Hördokumentation unterstützende „Dokka Recherche-Stipendium“.

Traditioneller Abschluss des Festivals ist die Wiederholung des Gewinnerfilms (So, 20.30 Uhr). Beste Gelegenheit, mit anderen Gästen ins Gespräch zu kommen, bietet das gemeinsame Frühstücksbüfett (Do+So, 10 Uhr, Passagehof); Filmschaffende und Interessierte kommen zum offenen Branchentreff in Kooperation mit der AG Dokumentarfilm Südwest (Do, 19 Uhr), auf dem Künstler aus Ba-Wü ihre aktuellen Konzepte, Projekte und Rohschnittfassungen präsentieren. Mit dem kostenpflichtigen Onlinepass können von Mo, 30.4. bis einschließlich So, 11.5. zahlreiche Programmpunkte auch von außerhalb verfolgt werden, darunter sämtliche Gespräche, die im Nachgang jeder Film- und Hörvorführung im Kinematheks-Foyer mit den Machern geführt werden.

Wie es mit „Dokka“ weitergeht, ist trotz des wachsenden Publikumserfolgs unklar: „Es gibt Kapazitätsgrenzen beim Ehrenamt. Wir haben das Festival evaluiert und einen Plan für eine stabile Zukunft entwickelt“, so Menrad. „Angedacht ist eine zukünftige Finanzierung von je einem Drittel durch das Land, die Stadt und das Festival selbst. Wir hoffen auf eine positive Gemeinderats-Entscheidung im Herbst.“ -pat

Mi-So, 30.4.-4.5., Kinemathek & Schauburg, Karlsruhe
www.dokka.de

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