Dokka
Kino & Film // Artikel vom 15.05.2014
Karlsruhe ist Gründungsstätte des bundesweit ersten Dokumentarfestivals!
„Mit der Kombination von filmischen und akustischen Arbeiten betreten wir Neuland in der deutschen Festivallandschaft“, erläutert Nils Menrad, Initiator und Vorstand des ausrichtenden Vereins Dokka, der mit seiner Film- und Medienproduktionsfirma im Gründerzentrum Perfekt Futur selbst interdisziplinär ausgerichtet ist.
Zum Filmprogrammstart im Studio 3 der Kinemathek gibt „Andere Welt“ (Mi, 28.5., 20 Uhr) Einblicke in den Hochsicherheitstrakt der forensischen Psychiatrie Berlin. „Women Workers...“ (Do, 29.5., 12 Uhr) hinterfragt die heiklen Arbeitsbedingungen für Frauen in der Textilproduktion; „Zuwandern“ (Do, 29.5., 16.30 Uhr) begleitet eine rumänische Familie nach Deutschland; „Assessment“ (Fr, 30.5., 17 Uhr) setzt sich mit Arbeitslosen, Sachbearbeitern und Psychologen an einen Tisch; „New Offenburg“ (So, 1.6., 17 Uhr) spürt badischen und alemannischen Amerika-Auswanderern nach; und der 2014 „Oscar“-nominierte US-Dokumentarfilmer Jeremy Scahill hat die „Schmutzigen Kriege“ (Sa, 31.5., 19 Uhr) im Irak, Afghanistan, Somalia und dem Jemen durchleuchtet. Nach der Vorführung diskutiert er wie alle anderen anwesenden Macher mit den Festivalbesuchern im Passagehof-Zelt.
Anders als bei üblichen Festspielen dieser Art werden bei „Dokka“ auch Hördokumentationen und Radio-Features sowie dokumentarische Installationen gleichwertig ins Programm eingebunden: Aus Interviews, Geräuschen und sarkastisch-ironischen Kommentaren zusammenmontiert ist „Funkverkehr – Wie Politik zur Nachricht wird“ (Do, 29.5., 21 Uhr); in „Handelseinig – DDR-Zwangsarbeit und die Verantwortung der Westbetriebe“ (Fr, 30.5., 13 Uhr) melden sich die politischen Gefangenen aus dem Frauenknast Hoheneck zu Wort; „Das Hacker-Syndrom“ (Sa, 31.5., 17 Uhr) zeigt, wie die Gruppe Telecomix Regimegegner während des Arabischen Frühlings in Ägypten unterstützt hat; „Kreuzberg von oben – Ein Versuch über Geld und Moral“ (Sa, 31.5., 21.30 Uhr) porträtiert den als rebellisch-links verschrienen Berliner Stadtteil aus der Perspektive eines mittlerweile Bessergestellten und „Ausculta“ (So, 1.6., 13 Uhr) ist eine Hörmeditation aus dem Baden-Badener Kloster Lichtenthal.
Die Installationen sind in benachbarten Off-Locations untergebracht: „Scratching – Kratzen“ (Do, 29.5., 14.30 Uhr, Architekturschaufenster) erhebt zerkratzte Scheiben in U- und S-Bahnen zur Kunst; „10111938“ (Fr, 30.5., 15 Uhr, Badischer Kunstverein) erinnert an die ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppten Juden; und „A Tale Of Two Islands“ (Sa, 31.5., 15 Uhr, Badischer Kunstverein) erzählt die Story der Inseln Mayotte und Anjouan, zwischen denen seit 2011 die EU-Grenze verläuft. Die beste Hördoku gewinnt beim Festivalabschluss (So, 1.6., 20 Uhr) einen Sendeplatz im Programm von SWR 2; die beste dokumentarische Arbeit den mit 1.000 Euro dotierten „Dokka-Preis“. -pat
Mi-So, 28.5.-1.6., Kinemathek, Studio 3/Architekturschaufenster/Badischer Kunstverein
www.dokka.de
www.facebook.com/dokumentarfestival
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