Karlsruhe im Sommer – Anekdoten vom „Urlaub dehoaim“
Stadtleben // Artikel vom 15.09.2019
Vor der Sommerpause bat der OB die Presse darum, das schlecht beleumdete Wort „Nachverdichtung“ doch nicht mehr zu benutzen.
„Nahvernichtung“ träfe es besser, das hatten wir schon mal als Ersatzvokabel vor einem Jahr zu Beginn der Debatte vorgeschlagen. Klimanotstand will er auch als symbolischen Akt nicht unterschreiben. Ok, da brannte Amazonien noch nicht. Zu beidem äußerten sich nicht nur in vielen Leserbriefen empörte Bürger. Das Thema „Immobilieninvestoren vs. Bürger“ ist ja nicht per Dekret abzuschaffen. Die Frage ist doch: Wer gestaltet die Stadt, eine Stadt, in der man gut leben und arbeiten kann. Die Bürger und ihre gewählten politischen Vertreter? Die Administration? Oder doch eher Immobilieninvestoren? Rund 75 Prozent aller Bauvorhaben in Karlsruhe sind sogenannte Paragraf-34-Fälle, wie Baubürgermeister Fluhrer am Rande einer PK zur Bilanz der Volkswohnung erwähnte. Vereinfacht gesagt bedeutet Paragraf 34: Besitzer genießen vom ersten Antrag auf eine Baumaßnahme Vertrauensschutz, Bürger erhalten nicht mal eine Info.
Nur die gaaaanz direkten Anwohner. In KA wird der Paragraf 34 besonders rigide ausgelegt. Ich selbst bekomme – obgleich mein Arbeitszimmer die Straße gegenüber liegt – keine Info über die geplante Blockrandbebauung in der Geranienstraße durch die Berckholtz Stiftung. Paragraf 34 klingelt mir seit meinem 45-minütigen Telefonat dazu mit Bauordnungsamts-Chefin Regner noch heute in den Ohren, so oft hat sie es benutzt. Derzeit macht sie sich offenbar verdient um ein Restaurant in Maxau, wo der „Badisch Brauhaus“-Besitzer sein Portfolio um die Rheinterrassen erweitern möchte. Wir fänden es gut, wenn BM Fluhrer die Chance nutzen würde, alle strittigen und auch die noch nicht bekannten „Nachverdichtungs-Altfälle“ öffentlich zu listen. Er wartet ja auch sonst mit neuen Ideen auf: Der Ausgestaltung der Kaiserstraße (die allerdings leider so bis 2030 dauern soll) und der Kriegsstraße: Hier schlägt er vor, Radlern und Fußgänger mehr Platz einzuräumen und statt vier Autospuren nur noch zwei extrabreite zu installieren. Das würde der „Trennung“ der Stadt, die ja aufgehoben werden soll, sicher zusätzlich guttun.
Bei einem meiner Nachverdichtungs-Spaziergänge durch die Weststadt – natürlich mit den passenden Sounds, damit man das auch alles emotional besser wegsteckt, nachzuhören auf unserer neuen „INKA Tunes“-Spotify Playlist – führte mich mein Weg auch in meine alte Heimat, die Ludwig-Marum-Straße. Ein massiver neuer Wohnblock mit Eigentumswohnungen Ecke Haydnstraße, der in die Rubrik „normale Nachverdichtung“ fällt, zeigt den Weg Ecke Richard-Wagner-Straße. An der Ecke der lauschigen Straße geht ein zwar kleiner, aber besonders scheußlicher Vorgang vor sich: Der Besitzer hat seinen Garten plattgemacht und den Jugendstil-Zaun gleich mit. Als Sichtschutz dienen jetzt Ytong-Blöcke, auf denen nur noch der Stacheldraht fehlt. Er baut da Garagen für offenbar gewerbliche Mieter. Auf der anderen Seite lässt sich auch Wundersames, Bezauberndes entdecken. Sogar Garagen. Das Fundstück steht in der Weltzienstraße. -rw
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