Karlsruher Wochenmärkte
Stadtleben // Artikel vom 29.09.2019
Wie ja quasi jeder weiß, zählt der Autor selbst zu den aktiven Kunden des Wochenmarkts auf dem Stephan- und Gutenbergplatz.
Und kann daher auch die „Ausdeutung“ des Cima-Gutachtens zur Karlsruher Innenstadtentwicklung nur sehr bedingt nachvollziehen, die vor allem die Marktsituation bzw. die fehlende Gastronomie auf dem Friedrichsplatz betraf. Tatsächlich steht da viel mehr drin. Z.B. das Fehlen von Bio- und Herren-Klamottenläden und einer generellen Öko-Präsenz im Stadtbild. Ohne eine große Lösung wird sich an der nicht schlechten Marktsituation am Stephanplatz nichts ändern lassen. „Groß“ wird noch Diskussionen mit sich bringen: Die Kaiserstraße soll ja offenbar von der noch nicht existenten Haltestelle Kaiserplatz bis zur Hirschstraße Fußgängerzone werden. Zwischen dieser und dem Europaplatz sollen weiter Autos fahren können? Um die City signifikant nach Westen zu öffnen, müsste auch die Karlstraße zwischen Amalien- und Kaiserstraße für Autos gesperrt werden. So wäre auch der Stephanplatz selbst neu zu entwickeln.
Auch seine trennende Funktion für z.B. die Südliche Waldstraße könnte obsolet werden. Um der Verödung der City und der zunehmenden Verslummung des Europaplatzes entgegenzuwirken, müsste eine mutige Entscheidung her: Fußgängerzone vom Ludwigsplatz bis Kaiserplatz. Die Märkte sollen die regionalen Erzeuger und Ökolandwirtschaft featuren und tun dies auch. Der Gutenbergplatz ist nicht nur samstags sehr gut und am Donnerstag inzwischen ebenfalls gut frequentiert, auch der Dienstag holt beachtlich auf. Dass die Abendmärkte auf dem Marktplatz nicht funktionierten, hat aus meiner Sicht vielerlei Gründe: Der Aufwand für die Beschicker ist bei schlechten Umsätzen und oft großer Hitze hoch. Diese setzt den frischen Waren massiv zu.
In der Stadt regt sich weiter großer Protest gegen eine grünlose Neugestaltung des Marktplatzes ohne Aufenthaltsqualität. Aber auch mit mehr Grün müsste ein solcher Markt massiv subventioniert werden. Denn die vielen Arbeitsplätze rund um den Marktplatz machen auf dem Abendmarkt ja noch keinen Umsatz. Auf dem Stephanplatz ist neben dem Fixpunkt von Gensheimer (Bioland-Betrieb aus der Pfalz, Mi+Fr, Do+Sa Durlach) nun auch ein Bio-Metzger zu finden.
Einige Tipps zum Gutenbergpatz: Dort sind Di/Do/Sa Bio-Erzeuger aus Dettenheim präsent. Schon lange dabei ist der Bioland-Betrieb Schmälze (nur Sa), daneben gibt es zahlreiche regionale Kleinanbieter auch aus der obstreichen Ortenau ohne Bio-Siegel. Das gilt auch für den Kräuterstand von Petra Jung aus Schifferstadt, die vieles im Portfolio für die Küche hat, das man sonst nirgendwo (mehr) findet. „Sie wisse ja mir henn gnug Gschäft“, ruft sie einem gerne hinterher, aber auf diesem Wege mal ein ausgeprochener „Toast“ auf ihre Mutter, die sich auch verdienstvoll dem Löwenzahnanbau widmet (nur Sa).
Wenn wir schon bei „Regional = Fair“ sind: Faire Blumen gibt’s Do auf dem Gutenbergplatz/Fr Stephanplatz vom Rosenhof Eckerle aus der Ortenau. Er bietet saisonal auch (Bio-)Spargel an. Seine Duftrosen sind Legende – wenn man sich hier reinschnüffelt, weiß man, woher Disneys blumenliebender „Ferdinand, der Stier“ inspiriert wurde. Nebenbei tut man auch was für die Umwelt, wenn man hier einkauft. Denn die meisten Großhandelsblumen kommen aus Afrika – via Holland. Die neun Cent oder so, die z.B. Rosen dort kosten dürfen, haben ihren Preis: Die Arbeiter in Afrika sind in Deutschland verbotenen Spritzmitteln ausgesetzt – und diese werden von hier exportiert und via Holland wieder „reimportiert“!
Neben Eckerle haben auch andere Anbieter regionale Blumen und Kräuter im Angebot. Dank den Pfälzer Brüdern Kirsch ist auch Käse auf den Märkten wieder ein Thema: Zum Einkaufen ist Di+Do auf dem Gutenberg bei Matthias Kirsch empfohlen. Fixpunkte am Gutenberg sind daneben u.a. der Falafel-Stand von Shahia Ghassemi, einer der besten der Stadt (Di/Do/Sa), sowie der Seestern, Fischhändler unseres Vertrauens, der auch auf dem Stephanplatz präsent ist. -rw
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