Privattheater-Rettungsschirm & Festival-Zukunftssicherungsfonds
Stadtleben // Artikel vom 05.05.2020
Die AG Private Theater BW und das neu gegründete FMF machen in Positionspapieren auf die bedrohliche Lage von Privattheatern und Festivals aufmerksam.
Im Moment überleben die Theater durch die bis Ende Juni bewilligten Gelder des Hilfsfonds und Kurzarbeit. Sobald sie aber wieder öffnen und die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückkommen, entstehen hohe Verluste. Die AG Private Theater Baden-Württemberg fordert daher einen Rettungsschirm zu ihrem Erhalt. Denn ohne diesen werden die Theater entweder nicht wieder öffnen können oder durch Zuschauerbeschränkungen und Besucherrückgänge derart hohe Defizite machen, dass sie über kurz oder lang ganz schließen müssen.
Die AG argumentiert: „Egal ob die Theater diese Krise überstehen oder nicht, Kosten werden so oder so entstehen. Nur als Beispiel: Theatermitarbeiter eines Theaters in Kurzarbeit kostet den Sozialsystemen schon jetzt ca. 10.000 Euro im Monat, 120.000 Euro im Jahr. Die Kosten bei dauerhaften Schließungen der Privattheater und Entlassungen wären für die Sozialsysteme bei weitem höher als die Ausgaben für einen – wie von uns vorgeschlagenen – Rettungsschirm, der die Existenz der Theater für eine Zukunft nach dieser Pandemie sichert.“
In dem online einsehbaren Positionspapier werden auch Vorschläge unterbreitet, die Ausgaben für den Rettungsschirm teilweise durch Einsparungen bei anderen Förderprogrammen gegenzufinanzieren. „Wir wollen verantwortlich handeln und nicht den Staat überfordern. Wir sind auch der Ansicht, dass diese Problematik eine bundesweite Aufgabe darstellt. Dieser Rettungsschirm ist nicht nur eine Angelegenheit des Landes Baden-Württemberg. In Deutschland gibt es über 200 Privattheater, viele kleine Theater, aber auch so bekannte wie die Schaubühne Berlin oder das Ohnesorg-Theater Hamburg. Alle diese Theater stehen vor der gleichen existentiellen Herausforderung wie wir, die ursächlich mit unserer Stärke zusammenhängt: Hohe Eigeneinnahmen aus Eintrittsgeldern und Tourneen, im Vergleich zu öffentlichen Theatern. Leider ist unser Eindruck, dass der Deutsche Bühnenverein sich unserer Problematik in dieser Krise nicht annimmt“, so die Sprecher der AG Private Theater.
Das Forum Musik Festivals (FMF) – ein im April von 40 Festivals gegründeter Zusammenschluss, der die politischen Interessen von aktuell 72 Institutionen jeglicher Größenordnung auf Bundesebene vertritt (darunter auch die „Ludwigsburger Schlossfestspiele“) – fordert in seinem Positionspapier einen Zukunftssicherungsfonds, um den durch die Covid-19-Pandemie in ihrer Existenz bedrohten Festivals zu helfen und Ausfallgagen für die betroffenen KünstlerInnen finanziell und zuwendungsrechtlich möglich zu machen.
Darüber hinaus legt das FMF ein Konzept für eine behutsame Öffnung des Veranstaltungsbetriebs vor: Vorgeschlagen wird ein Zweistufenmodell bestehend aus einem Gesundheits- und Sicherheitskonzept und einer Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf Künstler und Publikum. Adressaten sind die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien, die Kulturminister der Länder sowie Kulturpolitiker aller Fraktionen. Ziel: der Eintritt in einen gemeinsamen konstruktiven Lösungsprozess zur Sicherung der musikalischen Festivallandschaft. -ps/pat
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